10. Juli 2020 Knud, Michael Kolland

Maurus [Lat.: »der Maure«, »der Mohr«]

OSB, Hl., Sohn des römischen Senators Equitius, wurde von seinem Vater an Benedikt von Nursia übergeben, dessen bevorzugter Schüler und Gehilfe er bald war. Wahrscheinlich wurde Maurus Nachfolger Benedikts als Abt von Subiaco. Gregor d. Gr. berichtete, dass Maurus Benedikt vorbildlichen Gehorsam leistete. Maurus starb im 6. Jh. – Im 9. Jh. wurden in der Abtei Glanfeuil die Gebeine eines Maurus gefunden, die Abt Odo zu der Abfassung einer Legende veranlasste, dass nämlich Benedikt vor seinem Tod seinen Schüler Maurus nach Gallien gesandt habe, wo dieser die Abtei Glanfeuil gegründet habe. Odo behauptete, die aufgefundenen Gebeine seien die des Benediktinerschülers. Glanfeuil nannte sich später Saint-Maur-sur-Loire. Die angeblichen Maurusreliquien wurden 868 nach Fosses übertragen, 1750 nach St.-German-de-Prés, wo sie 1793 in der Französischen Revolution vernichtet wurden. Dargestellt als Mönch oder Abt, bisweilen mit demTeufel. – Patron der Köhler, Lastträger, Schneider, Schuhmacher, Kupferschmiede; gegen Heiserkeit, Schnupfen, Kopfweh, Gicht, Rheumatismus, Skrofeln, Lähmung;Maurus-Segen für Kranke.

 

 

 

Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg