21. November 2019 Johannes von Mei├čen

Aschermittwoch

"Gedenke, dass du Staub bist"

Ein kleines Kreuz aus Asche bedeutet den Anfang einer ganz besonderen Zeit: Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit und die Vorbereitung auf Ostern. Dieser Tag gilt in der katholischen Kirche als strenger Abstinenz- und Fastentag.

Der Name r├╝hrt von einer alten Tradition her: Fr├╝her zogen sich manche Menschen zu Beginn der Fastenzeit ein Bu├čgewand an und wurden als Zeichen ihrer Bu├če mit Asche bestreut. Im 11. Jahrhundert begann sich dieser Brauch auszubreiten, bis die Aschebestreuung fest zur Liturgie geh├Ârte. Es wird mit den Worten ÔÇ×Gedenk, o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrst du zur├╝ckÔÇť auf die Stirn gezeichnet. Die Asche wurde zuvor mit Weihwasser gesegnet und stammt meist aus der Verbrennung der Palmwedel aus dem Vorjahr. Und warum Asche? Sie erinnert an die Verg├Ąnglichkeit des Menschen, der eines Tages ÔÇ×zum StaubÔÇť zur├╝ckkehrt. Zum anderen aber wird damit die Fastenzeit als Umkehr und Neubeginn ausgedr├╝ckt. Das Alte ist vergangen und vergessen, wir haben wieder Platz und Energie f├╝r einen Neuanfang. Dieser Neuanfang wird uns am Ende der Fastenzeit mit der Auferstehung Christi und der Verhei├čung des ewigen Lebens geschenkt.

Foto: pixabay

Gott selber hat sich Staub auf sein Haupt gestreut, als er Mensch wurde

Die ber├╝hmteste Formel an Aschermittwoch lautet: ÔÇ×Gedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zur├╝ckkehrstÔÇť (Gen 3,19) Sie klingt nicht sehr schmeichelhaft f├╝r uns. Doch der ber├╝hmte Theologe Karl Rahner SJ hat ein sehr interessanten Denkweg dazu gefunden: Staub ist Zeichen f├╝r die Verg├Ąnglichkeit und Sterblichkeit des Menschen. Zeichen f├╝r seine Gew├Âhnlichkeit. Rahner bemerkt nun, dass die Begriffe "Fleisch" und "Staub" in einem engen inneren Zusammenhang stehen. Und was steht im Evangelium? Das Wort ist Fleisch geworden, Gott ist Fleisch geworden. So verh├Ąlt es sich auch mit dem Staub. Gott selber hat sich Staub auf sein Haupt gestreut, als er Mensch wurde. Er hat sich f├╝r uns erniedrigt, um letztlich diesen Staub zu einem Wendepunkt der Geschichte zu machen. Das bedeutet: Am Aschermittwoch vollziehen wir durch den Brauch des Aschen-oder Staubkreuzes die Erinnerung an Jesu Weg deutlich nach. Wir zeigen damit, dass die letzte Etappe dorthin angebrochen ist ÔÇô und damit der Aschermittwoch der Beginn des Weges zum ewigen Leben. Indem wir also Staub werden, k├Ânnen wir in und durch Christus zum ewigen Leben gelangen.

Simon Biallowons

Der Aschermittwoch bildet das Ende der Faschingszeit und den Auftakt der Fastenzeit. Damit vollzieht sich das, was uns das Alte Testament im Buch Kohelet sagt: Es gibt "eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit f├╝r die Klage und eine Zeit f├╝r den Tanz." (Koh 3,4). Das bedeutet nicht, dass die Fastenzeit des Weinens sein soll. Aber doch, dass Lachen und Tanz vorerst nicht das prim├Ąre Merkmal dieser Zeit sind. Es soll ein gewisser Ernst herrschen ÔÇô deutlich wird das am Aschermittwoch.