Heilige Drei Könige

Die drei ???

Wir wissen kaum etwas über sie. Und trotzdem sind sie ungeheuer populär: Die Heiligen Drei Könige gehören zu den rätselhaftesten Persönlichkeiten in der Bibel. Weder die Anzahl noch ihre genaue Herkunft oder Abstammung kennen wir. Wir wissen nur: Die Heiligen Drei Könige waren die ersten, die alles stehen und liegen ließen, um Christus zu finden.

metmuseum.org/The Friedsam Collection, Bequest of Michael Friedsam 1931

In der Bibel lassen sich zu der Geschichte um die „Könige“ keine genauen Angaben finden. Wie viele Erzählungen und Legenden ist auch die Geschichte von den Heiligen Drei Königen mit jeder Menge Symbolik aufgeladen. So ist zum Beispiel die Zahl Drei eine „heilige Zahl“: Abgeleitet von der Dreieinigkeit Gottes – also Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist – taucht die „Drei“ nämlich immer wieder auf bis zu Jesu Tod, der am dritten Tage nach seiner Hinrichtung von den Toten auferweckt wird.

Doch auch wenn der genaue Hergang vielleicht nie rekonstruiert werden kann: Die Weisen aus dem Morgenland waren die Ersten, die alles liegen und stehen ließen, um Jesus zu finden. Ob sie nun wirklich Caspar, Balthasar und Melchior hießen, bleibt ungewiss. Genauso, ob nun Caspar ein Schwarzer war. Doch wichtig für uns ist vor allem eines: Die Weisen verließen ihre sichere Heimat für eine Reise ins Ungewisse. Sie ließen sich von niemandem daran hindern, bis sie schließlich Jesus gefunden hatten. Bis heute sind die Heiligen Drei Könige auch eine Aufforderung an uns, diese Reise ins Ungewisse zu unternehmen – eine Reise, die auch uns am Ende zu Jesus führen wird.

Von der Geburt des Herrn zu den Heiligen Drei Königen

Anfangs war der 6. Januar kein Tag der „Heiligen Drei Könige“. Eigentlich wird an diesem Datum „Epiphanias“ begangen. „Epiphanias“ kommt vom griechischen Wort „Epiphanie“. Dieser Begriff wurde immer dann benutzt, wenn man ausdrücken wollte, dass eine beliebige Gottheit auf der Welt den Menschen erschienen war. Welche Gottheit damit gemeint war, kam ganz darauf an, ob man nun beispielsweise an den griechischen Göttervater Zeus oder die babylonische Göttin Anaitis glaubt. Die Christen kennen nur einen Gott, Erscheinungen anderer Gottheiten konnte es also für sie nicht geben. Aus diesem Grund fiel wohl auf diesen 6. Januar der erste Geburtstagstermin Jesu Christi. Es gibt Quellen, die belegen, dass in Ägypten im 5. Jahrhundert die Geburt und die Taufe des Herrn an diesem Tag gefeiert wurden. In Zypern gedachte man gar drei Anlässen: Geburt Jesu, Ankunft der Waisen und Hochzeit zu Kana. Doch in Rom wurde bereits im 4. Jahrhundert die Geburt Jesu am 25. Dezember begangen. In der Folgezeit begann sich das Datum durchzusetzen. Wobei beispielsweise in einigen Ostkirchen der 6. Januar weiter als Geburtstag des Herrn gilt. Heute dominiert die Geschichte der drei Sterndeuter aus dem Morgenland den 6. Januar, die Taufe des Herrn und die Hochzeit zu Kana werden an den folgenden Sonntagen gefeiert.

Simon Biallowons

Sie waren nicht heilig, sie waren keine Könige, vielleicht waren es nicht einmal drei: Die „Heiligen Drei Könige“ kommen wie dreiste Hochstapler daher. Allerdings können sie nichts dafür, den Glamour-Faktor bekamen sie erst nachträglich. Dabei sind die Titel oder die Anzahl nicht entscheidend. Sondern es zählt allein die Tatsache, dass sich damals einige fremde Menschen auf den Weg gemacht hatten, um das Jesuskind zu sehen. Dass sie ganz Gott vertrauten und fest glaubten, von ihm ans Ziel geführt zu werden.