21. November 2017 Johannes von Meißen

Pfingsten: Bräuche

Feel the spirit

Unter dem Heiligen Geist können sich viele vielleicht nichts vorstellen. Aus diesem Grund gibt es an Pfingsten einige Bräuche, die versuchen, das Bild des Heiligen Geistes näherzubringen

Pfingsttaube

Es gibt viele Bräuche, die jahreszeitlich bedingt mit Pfingsten zusammenfielen. Unmittelbar an der Liturgie ausgerichtete Traditionen bildeten sich dagegen weniger oder wurden schnell wieder vergessen. Ein Beispiel ist die Pfingsttaube. Dabei ließ man früher vom Kirchengewölbe oder dem Turm aus eine große hölzerne Taube herabschweben. Anfang des vergangenen Jahrhunderts war dieses Schauspiel durchaus in manchen Gegenden noch üblich, heute dagegen pflegt kaum jemand noch diesen Brauch. Manchmal wird der Heilige Geist auch als Taube dargestellt.

Pfingstochse

Früher ein echtes Highlight, werden die prächtig geschmückten Ochsen heute nur noch selten durch die Dörfer geführt. Wenn doch, dann enden sie oft als leckerer Braten auf der P?ngsttafel. Der Hintergrund für diese Sitte waren wohl altertümliche Tieropfer gewesen. In einigen Familien gibt es den P?ngstochsen aber immer noch: Langschläfer werden nämlich manchmal auch als „P?ngstochse“ bezeichnet. In anderen Gegenden kennt man dafür den Namen „Pfingstlümmel“.

Pfingstrose

Die Pfingstrose ist eigentlich keine „Rose“. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Foto: SXC)

Die Gattung der Pfingstrosen umfasst 33 Arten von Stauden und Sträuchern. Die Blüten sind meist rosa oder rot, seltener auch gelb oder weiß. Allerdings ist diese „Rose“ den Hahnenfußgewächsen ähnlich, weniger den Rosen.

Pfingstfeuer

Flammen gelten als Symbol des Heiligen Geistes. So zeigen viele Darstellungen den Heiligen Geist als Feuerzungen über den Köpfen der Jünger. Daher rührt ein alter Brauch: Eine besondere Rolle spielten nämlich früher die „Heiligengeistlöcher“ in Kirchen. Aus diesen Luken wurde brennendes Werg, die „Werchflocken“, auf die Gläubigen gestreut. Sie sollten vor Unwetter schützen. Dieser Brauch ist bis auf ganz wenige Ausnahmen, überwiegend im Salzburger Land, ausgestorben. Das Feuer als großer Treffpunkt für die ganze Gemeinde, analog zum Osterfeuer, findet man ebenfalls eher selten.

Simon Biallowons