21. November 2017 Johannes von Meißen

Fastenzeit: Die wichtigsten Bräuche

Frei werden für das Wesentliche

In der Fastenzeit prägen natürlich nicht riesige und rauschende Feste den Alltag. Es sind eher die kleinen und bescheidenen Gesten, die den Menschen auf Ostern und die Auferstehung Christi vorbereiten.

Hungertücher

Wir kennen das Hungertuch vor allem durch die Misereor-Aktionen. Hungertücher gibt es in ganz verschiedenen Größen, sie hängen in der Kirche oder auch im Wohnzimmer. Über die Herkunft gibt es verschiedene Angaben. Eine Erklärung wäre der Brauch, das Kreuz während der Passionszeit zu verhängen. Vielleicht hat man sich allerdings auch von der Verhüllung des Altares inspirieren lassen.

Fastenpredigten

Früher war diese Tradition noch weitaus verbreiteter, sie wurde bei dem Konzil in Trient (1545) grundgelegt. Diese Predigten galten meist als besonders aufwenig und wurden dazu eingesetzt, um als Vorbereitung auf Ostern auch das theologische Wissen in einer etwas tieferschürfenden Form weiterzugeben. Es gab und gibt auch heute noch die Praxis, dass die Prediger unter den Gemeinden wechselten, um neue Akzente zu setzen.

Frühschichten

In vielen Gemeinden gibt es während der österlichen Fastenzeit so genannte „Frühschichten“. Meistens sind diese Angebote besonders für Jugendliche gedacht und sollen einen morgendlichen Impuls geben.

Kreuzweg

Eines der zentralen Gebete während der Fastenzeit ist der Kreuzweg. Dabei denken die Gläubigen an das Leiden und Sterben Christi und bereiten sich in diesem Gedenken auf den Karfreitag vor. Der Kreuzweg ist natürlich auch außerhalb der Fastenzeit für das christliche Kirchenleben sehr wichtig und hat seinen Ursprung in Pilgerfahrten nach Golgotha.