21. November 2017 Johannes von Meißen

Spruch des Tages

„Narren haben die merkwürdige Eigenschaft
die Fehler anderer zu entdecken und die
eigenen zu vergessen.“

Cicero

Am 27. Juni 1519 begann die Leipziger Disputation, ein heftiges theologisches Streitgespräch zwischen dem katholischen Theologen Johannes Eck und den führenden Vertretern der reformatorischen Bewegung, Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon.


 

Ähnlich wie bei vielen politischen Disputen, endete der Streit ohne einen wirklichen Gewinner - und beide Lager betrachteten sich als Sieger der Auseinandersetzung. Historisch lässt sich jedoch festhalten, dass auf der Leipziger Disputation die wesentlichen Unterschiede zwischen katholischer und reformatorischer Lehre zementiert und der Bruch zwischen Rom und Lutheranern manifestiert wurde.

(Foto: dpa)

Die konträren Hauptthemen waren vor allem die Stellung des Papstamtes und der kirchlichen Lehrautorität, die menschliche Willensfreiheit im Verhältnis zur göttlichen Gnade sowie der Ablass. Eck verteidigte dabei vehement das Primat des Papstes und die Lehrautorität von Konzilien, Luther hingegen bestand auf deren Irrtumsfähigkeit.

(Foto: dpa)

Die Universität Leipzig organisierte das mehrwöchige Zusammentreffen. Die Leipziger Pleißenburg diente dabei als Versammlungsort. Sie befand sich dort, wo heute das Neue Rathaus (Foto) errichtet wurde. Aber, was als Klärungsgespräch gedacht war, endete in einem Disput.

(Foto: dpa)

Dieses brisante theologische Streitgespräch zwischen dem katholischen Theologen und den Protagonisten der reformatorischen Bewegung, Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon fand im folgenden Jahr 1519 statt. Es wurde unter der Bezeichnung „Leipziger Disputation“ bekannt.

(Foto: dpa)

Dr. Johann Maier aus Eck, Vizekanzler der Universität Ingolstadt, wird im 16. Jahrhundert zu einem der hartnäckigsten Gegner der Reformation. Anfänglich streiten Martin Luther und Eck mit handschriftlich verbreiteten theologischen Streitschriften. Im Jahr 1518 fordert Eck dann eine öffentliche Disputation.

(Foto: dpa)

In Erinnerung an die erste Leipziger Disputation von 1519 wurde die Tradition des Streitgespräches fortgeführt. Auch 2012 findet in der Leipziger Thomaskirche (Foto) eine Veranstaltung aus der Reihe „Leipziger Disputation“ statt. Im Gegensatz zu der namenspendenden Urversammlung wird die diesjährige, sehr empfehlenswerte Auseinandersetzung jedoch aller Voraussicht nach vergnüglichere und weniger brisante und historische Auswirkungen haben: es handelt sich nämlich um die Diskussion „800 Jahre Pop - was macht Musik?“.

(Foto: dpa)

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