Wann gab es „Dreipäpstejahre“?

Insgesamt kennt die Kirchengeschichte 15 Fälle, in denen mehrmals in einem Jahr Papstwahlen durchgeführt wurden. 14 Mal amtierten in einem Jahr drei Päpste, einmal sogar vier.

Die Begrifflichkeit „Dreipäpstejahr“ ist eine Anlehnung an die Bezeichnung „Dreikaiserjahr“, mit der das Jahr 1888 gemeint ist. Damals regierten in Deutschland Kaiser Wilhelm I., der am 9. März im Alter von fast 91 Jahren in Berlin starb. Ihm folge sein ältester Sohn, Kronprinz Friedrich Wilhelm, als Friedrich III, ehe am 15. Juni der letzte Kaiser des Deutschen Reiches, Wilhelm II., nach dem Tod seines Vaters den Kaiserthron besteigt. Als das „Dreipäpstejahr“ schlechthin gilt das Jahr 1978. Damals folgte Papst Johannes Paul I. dem gestorbenen Papst Paul VI. auf den Stuhl Petri folgte. Doch Paul VI. verstarb schon 33 Tage nach Amtsantritt. Das Konklave trat ein zweites Mal in diesem Jahr zusammen und wählte Johannes Paul II. zum Papst.

Doch auch vor diesem letzten Fall trat insgesamt 13-mal der Fall ein, dass in einem Jahr mehr als zwei Päpste amtierten – Gegenpäpste nicht eingeschlossen. Auch für diese Jahre wird gemeinhin die Bezeichnung Dreipäpstejahr verwendet (siehe Liste).

Im Jahr 1276 kam es zum einmaligen Sonderfall, dass sogar dreimal in einem Jahr gewählt werden musste. Gregor X. starb am 10. Januar, sein Nachfolger Innozenz V. am 22. Juni. Beim zweiten Konklave des Jahres fiel die Wahl auf den Genueser Ottobono Fieschi (Hadrian V.). Dessen Pontifikat fiel noch kürzer aus: Nach 38 Tagen im Amt erlag er in Viterbo einem Hitzschlag. Ihm folgte Johannes XXI. nach. Eine weitere Besonderheit ereignete sich Ende des 9. Jahrhunderts: Stephan VI., wurde im Mai 896 Papst und amtierte bis Juli oder August 897. Ihm folgte Romanus, der im August 897 inthronisiert wurde. Das Ende seines Pontifikats wird auf November 897 datiert, wobei nicht geklärt ist, ob Romanus ermordet oder abgesetzt wurde. Der dritte Papst des Jahres 897, Theodor II., starb ebenfalls nach nur 21 Tagen Amtszeit noch im Dezember desselben Jahres. Zu seinem Nachfolger wurde im Januar 898 Johannes IX. gewählt. Somit gab es sechs Päpste und fünf Papstwahlen in weniger als zwei Jahren (April 896 bis Januar 898).

Alle „Dreipäpstejahre“ der Kirchengeschichte

Gemäß der Fairtrade-Standards erhalten Produzentenkooperativen einen festen Mindestpreis. Liegt der Weltmarktpreis über dem Fairtrade-Preis, bekommen die Bauern den höheren Preis ausbezahlt. (Foto: IMAGO) 752: Zacharias – Stephan – Stephan II.
827: Eugen II. – Valentin – Gregor IV.
896: Formosus – Bonifatius VI. – Stephan VI.
897: Stephan VI. – Romanus – Theodor II.
928: Johannes X. – Leo VI. – Stephan VII.
965: Benedikt V. – Leo VIII. – Johannes XIII.
1003: Silvester II. – Johannes XVII. – Johannes XVIII.
1046: Gregor VI. – Clemens II. – Benedikt IX.
1187: Urban III. – Gregor VIII. – Clemens III.
1503: Alexander VI. – Pius III. – Julius II.
1555: Julius III. – Marcellus II. – Paul IV.
1590: Sixtus V. – Urban VII. – Gregor XIV.
1605: Clemens VIII. – Leo XI. – Paul V.
1978: Paul VI. – Johannes Paul I. – Johannes Paul II.