So funktioniert die Heiligsprechung

Das Verfahren der Heiligsprechung ist in der katholischen Kirche streng geregelt und kann sich mitunter über mehrere Hundert Jahre hinziehen. Wer hat das Anrecht heilig gesprochen zu werden, wie läuft das Verfahren ab und worin besteht der Unterschied zur Seligsprechung?

Viele der Kreuzfahrer zogen begeistert in den Krieg. Die meisten von ihnen sahen es als eine Art Bußgang an. Die Gefallenen feierte man als Märtyrer. (Foto: Imago)

Ab dem 7 Jahrhundert begann die islamische Expansion. Christliche Gebiete in Nordafrika, im Nahen Osten, Italien und letztlich auch Spanien und Portugal wurden durch die muslimischen Eroberer unterworfen. Auch die für die Christen heilige Stätte Jerusalem war seit 638 fest in muslimischer Hand.

Die eigentliche Idee hinter den Kreuzzügen war dann auch die Befreiung Jerusalems, die für das Christentum symbolträchtige und heilige Stätte. Insgesamt gab es sieben so genannte „Orientkreuzzüge“, die sich in der Regel der Befreiung Jerusalems widmeten. Erst im 13. Jahrhundert sprach man überhaupt von Kreuzzügen, zuvor war die gängige Bezeichnung „bewaffnete Pilgerfahrt“ oder „bewaffnete Wallfahrt“.

Der erste Kreuzzug

Schon Papst Gregor VII. Hatte die Absicht einen Kreuzzug auszurufen. Byzanz hatte um Hilfe gebeten, da die islamischen Seldschuken eingefallen waren. 1074 wollte Gregor an der Spitze eines Kreuzzuges in die Schlacht ziehen. Der so genannte „Investiturstreit“, Auseinandersetzungen mit dem englischen, französischen und Deutschen König hinderten ihn jedoch daran. Sein Nachfolger, Papst Urban II., rief 1095 auf der Synode von Clermont den Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems aus.

Ritterheere, die teilweise sehr unorganisiert vorgingen, führten die vom Papst ausgerufenen Kreuzzüge aus. Die Unorganisiertheit führte auch zu vielen Niederlagen während der Ritterkreuzzüge.Unter großem Truppenaufgebot glückte allerdings 1099 die Einnahme Jerusalems. Die Gefallenen, Ritter aus ganz Europa, wurden als Märtyrer verehrt. Während es für viele Kreuzfahrer um einen ehrenvollen, heiligen Krieg für Gott ging, lagen die eigentlichen Interessen der Kreuzzüge meist ganz woanders.

Mittel für Machtinteressen

So wurden die Kreuzzüge schon bald eine wichtige Waffe des Papsttums, um eigene Machtinteressen durchsetzen zu können. Nicht nur der Krieg gegen Muslime wurde durch Kreuzzüge ausgerufen, sondern auch gegen der katholischen Kirche unliebsam gewordene Parteien. Für die meisten der Teilnehmer, von denen viele ihr Leben ließen, war es ein christlicher Bußgang.