Gottesdienst

Die Heilige Messe

Im Gottesdienst, der Heiligen Messe, feiern wir gemeinsam mit dem Priester unseren Glauben. Wir hören Worte aus der Heiligen Schrift, erinnern uns an das Letzte Abendmahl, an Jesu Tod und Auferstehung und erleben die Wandlung von Brot und Wein. Dabei folgt ein Gottesdienst einem vorgegebenen Ablauf von Ritualen in vier zentralen Elementen: Eröffnung, Wortgottesdienst, Eucharistie, Entlassung

Bei festlichen Gottesdiensten ziehen Priester und Ministranten von hinten in die Kirche ein (Foto: Marcus Lechner)

Die Eröffnung

Einzug: Priester und Ministranten betreten die Kirche. Meistens kommen sie durch die Sakristei direkt in den Altarraum. Nur bei besonders feierlichen Gottesdiensten ziehen sie von hinten in die Kirche ein.
Die Gemeinde steht.

Schuldbekenntnis: Nach der Begrüßung durch den Priester machen sich die Gläubigen bewusst, dass nur Gott allein sie von ihren Sünden erlösen kann.
Die Gemeinde steht.

Kyrie: Die Gemeinde ruft: „Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison“ („Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich“).
Die Gemeinde steht.

Gloria: der Lobpreis Gottes. Nach dem Kyrie wird Gott feierlich gerühmt: „Gloria in excelsis Deo – Ehre sei Gott in der Höhe!“
Die Gemeinde steht.

Tagesgebet: Der Pfarrer gibt einen „programmatischen Überblick“ über den Gottesdienst.
Die Gemeinde steht.

In der Predigt legen Priester die Schrift aus, sprechen oft aber auch aktuelle Ereignisse an (Foto: Marcus Lechner)

Der Wortgottesdienst

Lesung: Je nach Bedeutung der Messe werden eine oder mehrere Lesungen gehalten. Das können Priester und Diakone, aber auch Laien („Lektoren“) tun.
Die Gemeinde sitzt.

Evangelium: Die frohe Botschaft wird von einem Priester oder Diakon verkündet.
Die Gemeinde steht.

Predigt: Die Predigt stammt aus der alten Tradition der Schriftauslegung. In den Gedanken des Priesters werden oft aktuelle Verweise verarbeitet.
Die Gemeinde sitzt.

Credo: Im „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ bekennt sich die Gemeinde zu Gott und der Kirche.
Die Gemeinde steht.

Fürbitten: Verschiedene Anliegen werden vor den Herrn gebracht.
Die Gemeinde steht.

Die Wandlung von Brot und Wein ist der zentrale Moment jeder Heiligen Messe (Foto: Marcus Lechner)

Der eucharistische Gottesdienst

Kollekte: Die Ministranten oder der Mesner sammeln Geld für bestimmte Anliegen der Kirche. Sehr bekannt sind die Spendenaktionen für Misereor in der Fastenzeit und Adveniat an Weihnachten.
Die Gemeinde sitzt.

Gabenbereitung: Gabenbereitung und Kollekte finden gleichzeitig statt. Während die Ministranten Geld einsammeln, werden die Hostien, Wasser und Wein sowie ein Kelch und eine Schale zum Altar gebracht. Die Gabenbereitung schließt mit dem Gabengebet.
Die Gemeinde sitzt.

Präfation: Der Priester dankt Gott im Namen der gesamten Gemeinde.
Die Gemeinde sitzt.

Sanctus: Priester und Gemeinde bekennen gemeinsam Gott als „heilig“. Das Sanctus wird meistens gesungen, kann aber auch gebetet werden.
Die Gemeinde steht.

Hochgebet: Die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi ist der zentrale Moment der Messe. Das Hochgebet teilt sich wiederum in mehrere Teile.
Die Gemeinde kniet.

Vaterunser: Das wichtigste Gebet stammt von Jesus selbst. Es enthält die zentralen Glaubensaussagen.
Die Gemeinde steht.

Friedensgruß: Der Priester bittet Gott um Frieden, die Gläubigen reichen sich die Hände zum Gruß: „Der Friede sei mit dir!“
Die Gemeinde steht.

Agnus Dei: Beim Agnus Dei wird Gottes Sohn angebetet.
Die Gemeinde kniet.

Kommunion: Der Leib Christi wird an die Gemeinde ausgeteilt. Die Hostie kann mit der Hand, aber auch mit dem Mund in Empfang genommen werden. Selten wird auch der Wein an die Gemeinde weitergereicht. Anschließend sollte der Gläubige einige Zeit still zu Gott beten. Damit schließt die Eucharistiefeier.
Die Gemeinde geht zur Kommunion, sitzt oder kniet während des Gebets.

Priester oder Diakon legen das Wort Gottes aus. Nach dem Segen entlässt der Diakon die Gemeinde mit dem Auftrag, Gottes Botschaft in der Welt zu verbreiten (Foto: Marcus Lechner)

Die Entlassung

Schlussgebet: Im letzten Gebet des Gottesdienstes bittet der Priester für das Volk um Gottes Segen – die Gemeinde antwortet mit „Amen“.
Die Gemeinde steht.

Vermeldungen: Ankündigungen der Pfarrgemeinde wie das abendliche Kirchenkonzert, der Pfarrausflug oder die neueste Spendenaktion werden jetzt publik gemacht.
Die Gemeinde steht.

Segen: Der Priester segnet die Gemeinde. Je nach Bedeutung des Gottesdienstes kann dieser Teil durch feierliche Zusätze erweitert werden.
Die Gemeinde steht.

Entlassung: „Gehet hin in Frieden!“ – die Gemeinde wird ausgeschickt und beauftragt, Gottes Liebe und Botschaft in aller Welt zu verbreiten.
Nach dem Auszug des Priesters und der Ministranten verlässt die Gemeinde die Kirche.