28. März 2017 Guntram, Ingbert

Allerheiligen

Wer glaubt, ist nie allein

Alle Menschen sehnen sich nach Schutz und Geborgenheit. Wir alle möchten uns behütet fühlen. Da beruhigt es wirklich sehr, wenn man einen starken Heiligen hinter sich weiß. Jeder Christ bekommt so seinen eigenen, persönlichen Schutzpatron. An ihn kann man sich vertrauensvoll in höchster Not wenden. Wir glauben, dass die Heiligen ein gutes Wort für uns bei Gott einlegen. Deshalb danken wir unseren himmlischen Fürsprechern an Allerheiligen

An Allerheiligen wird, wie schon der Name des Festes sagt, aller Heiligen gedacht (Foto: Public Domain)

Frauen, die bis zur völligen Erschöpfung für ihre Familie arbeiten. Männer, die in aussichtloser Situation erst an ihre Nächsten und dann an sich denken. Wie viele solcher Menschen mag es geben und gegeben haben? Und wie viele kennen wir davon? Wahrscheinlich nur ganz wenige. Aber Gott kennt alle Heiligen. Er vergisst keinen, Sie dürfen da ganz sicher sein. Das ist auch eine der zentralen Botschaften von Allerheiligen: Wir gedenken aller Heiligen, auch derer, „um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott“. An Allerheiligen erleben wir Kirche als echte Gemeinschaft. Die Gewissheit, dass Lebende und Tote eine Gemeinschaft bilden und immer bilden werden, verleiht dem Fest mehr Bedeutung, als viele glauben. Wir erkennen, dass wir alle durch ein Band verbunden sind. Dieses Band ist der Glaube an Gott und Jesus Christus. „Wer glaubt, ist nie allein“ – an Allerheiligen fühlen wir, wie wahr dieser Satz ist. Nicht nur, dass Gott an seine Kinder denkt. Auch die ganze Kirche gedenkt ihrer Heiligen. Und Heilige sind nicht nur vorbildliche Menschen. „Heilige“ sind nämlich in einem weiteren Sinne alle, die durch die Taufe zur Kirche gehören. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ meint also uns alle. Tauchen Sie ein in diese Gemeinschaft. Dann werden Sie nie alleine sein.

Eine lange Tradition

Gedenktage für die Verstorbene hat es in allen Kulturen schon immer gegeben. Im 4. Jahrhundert feierten die Byzantiner den „Herrentag der Heiligen“, der am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen wurde. Während der Christenverfolgung waren viele Märtyrer ins Leben gekommen, und die Bevölkerung wollte keinen vergessen. Im 7. Jahrhundert bildete sich dann ein römisches Allerheiligenfest. Dabei wurde einmal im Jahr das Pantheon geweiht – zu Ehren der Jungfrau Maria und aller Märtyrer. ?Fast zwei Jahrhunderte später fixierten die Iren das Fest am 1. November. Papst Gregor IV. schließlich soll den Termin 835 für die Westkirche offiziell auf diesen Tag festgelegt haben.

Simon Biallowons